Gesundheit braucht Training


Training als „Happy-Pill“ für psychische Gesundheit 


Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Eine wesentliche Ursache: Der fehlende Ausgleich zu alltäglichen Belastungen! In Zeiten von sozialer Distanzierung, mentalem Stress und körperlicher Inaktivität bieten Trainingseinrichtungen Raum für den entscheidenden Ausgleich. Was Training zur „Happy-Pill“ macht und wie Anbieter diese für sich nutzen, erfahrt Ihr hier:

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„In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist"

Interview mit Prof. Dr. Ingo Froböse


Prof. Dr. Ingo Froböse ist seit 1995 Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dort leitet er das Institut für Bewegungstherapie. Er ist Sachverständiger des Bundestags in Fragen der Prävention und für mehrere Krankenkassen als wissenschaftlicher Berater im Bereich Gesundheitsvorsorge tätig. Darüber hinaus ist er der wissenschaftliche Leiter des Forschungsinstituts für Training in der Prävention (FIT-Prävention).

Foto: Sebastian Bahr
Interview erschienen in Bodymedia März zum Thema "Psychische Gesundheit & Training"


Gerät der Körper durch einen massiven Mangel an körperlicher Aktivität, wie wir ihn gerade erfahren, in eine Schieflage, dann wirkt sich das unmittelbar auf die psychische Gesundheit aus. Denn in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist. In einem kranken Körper wohnt ein kranker Geist. Und genau das erleben wir gerade sehr massiv. Körperliche Aktivität und Training sind der beste Garant dafür, dass wir psycho-physische Balance wiederherstellen – denn die haben wir gerade verloren. Das bedeutet, dass gerade Angebote wie die in den Fitnesseinrichtungen sehr schön darauf ausgerichtet sein können, die maximale Unterforderung unseres Körpers aufzulösen und damit mentale Gesundheit herzustellen. Die Angebotsvielfalt ermöglicht es, ob ich nun ein Ausdauertyp, ein Krafttyp, ein Entspannungstyp oder ein Kurstyp bin, genau individuell passend meine Bedürfnisse zu beantworten. Genau das zu bekommen, was mein Körper eigentlich gerade braucht und ablenkend auf das zu wirken, was ich da draußen erfahre. Das wirkt sich akut und auch nachhaltig positiv auf meine mentale Gesundheit aus.
Depressive Symptome sind in der Tat in den letzten Jahren steigend in ihrer Bedeutung für das Gesundheitswesen angewachsen – leider! Und so kann ich nur sagen, dass auch hier Training und körperliche Aktivität genau die richtige Antwort darauf sind. Denn Ängste und Sorgen werden da viel besser kanalisiert, bearbeitet und wie ein Ventil, sozusagen durch die gesteigerte Atmung, nach außen geblasen. Wir haben so viele Möglichkeiten, positiv auf unsere Stimmung einzuwirken, da Serotonin und Endorphine, die positive Stimmung machen, bei körperlicher Aktivität ausgeschüttet werden. Und darüber hinaus haben wir und schaffen wir positive Erlebnisse durch die Ablenkung. Nämlich weg aus dem klassischen Arbeitsalltag zu kommen und neue Erlebnisse, gerade auch im sozialen Kontext einer Trainingseinrichtung, zu erfahren. Denn was gibt es Schöneres, als sich im Austausch mit Freunden und Freundinnen der sportlichen Aktivität hinzugeben. Da sind die Studios ein wunderbarer Prozess, viel besser, als alleine in den Sorgen und Ängsten durch einen dunklen Wald nach getaner Arbeit zu laufen.
Wenn wir auf die Work-Life-Balance kommen, dann muss man ganz klar sagen, dass hier auch die Arbeitgeber gefragt sind. Sie müssen Körperlichkeit und körperliche Aktivität als Ausgleich zu der geistigen hoch herausfordernden Anstrengung innerhalb unseres Alltags schaffen. Wir brauchen also Angebote seitens der Arbeitgeber, die die Gesundheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wieder in den Mittelpunkt stellen. Hier sollten Partnerschaften geschaffen werden, die auf regionaler Ebene möglichst leicht erreichbar sind und barrierefrei Angebotsstrukturen für jedes Unternehmen ermöglichen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren extrem von einer Kooperation mit Trainingseinrichtungen, weil diese eben auf lokaler Ebene für die Bedürfnisse, Interessen, Neigungen und Wünsche aller unterschiedlichen Beschäftigten ein sehr schönes Angebot schaffen können. Work-Life-Balance ist also die Verknüpfung vom Arbeitgeber insbesondere mit den Angeboten draußen in der Peripherie, um ein Gesamtkonstrukt für leistungsfähige und gesunde Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu schaffen.

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